Chiemgauer Pilgerreisen zur eigenen Seele

Seit ich denken kann...lebt in meinem Herzen eine tiefe Sehnsucht.

Zu wissen " was die Welt im Innersten zusammenhält" war der Antrieb meiner Suche.

Durch schicksalhafte Begegnungen mit anderen Menschen wurde ich inspiriert, geleitet, gezogen...und entdeckte die Mysterienweisheit im Tarot:

 

....Die Hermetik wirkt seit der Zeit des Hermes Trismegistos, dem großen Inspirator der alten ägyptischen Kulturepoche. Er wurde bei einigen der frühen Kirchenväter als ein Vorverkünder des Christentums angesehen. Die auf ihn zurückgehende Tabula Smaragdina und die Tarotkarten, die der Geistesforscher Rudolf Steiner (1861 – 1925) als das verlorene Buch des Hermes-Thot bezeichnet, waren und sind Impulse für die Geistesschulung des Menschen. Der russische Esoteriker Valentin Tomberg (1900 – 1973) eröffnet in seinen Meditationen über die Großen Arcana des Tarot einen Weg, der erfahrbar macht, wie die Hermetik zu einem tieferen Erleben und Begreifen des Christentums anregt. Wir können bei diesem Hauptwerk von Valentin Tomberg von der Schöpfung einer christlichen Hermetik sprechen....

 

In Kursen, durch tiefe Freundschaften mit einigen Frauen und manchem Mann ,
durch eine Unmenge kluger Bücher, durch die Lebensschule, meine eigenen Kursteilnehmerinnen...entwickelte ich immer tiefer meinen Zugang zu den Symbolen, Weisheiten, Mysterien der Menschheit, gefasst in die vier Ursprünge des Tarot, die hermetischen Wissenschaften:

          *Alchemie * Kabbala * Magie * Astrologie *

Seit vielen Jahren rief mich eine Frau namens SOPHIA immer deutlicher auf, sie zu finden...und sie begegnete mir: in Büchern, der Bibel, Kirchen, Märchen...
Als ich das erste Mal begriff, wie unglaublich der Klerus, die  Kirchen, religöse Eiferer, machthungrige Individuen, Staatsoberhäupter und Geheimapparate die WEISHEIT versteckt, entmachtet, verleugnet und verborgen haben...konnte ich es kaum fassen.
Nach dem Blut und dem Schweiß der Jahrhunderte....machten
Tränen der Freude mein Herz weit, als ich SOPHIA in Schriften, Blogs, Kunstwerken, Wissenschaftlichen Abhandlungen fand... .mein ♥ öffnete sich...und ich tanzte vor meiner AMON vor Freude ;-)
Damit wurde mir auch bewusst, dass andere Männer und Frauen genauso auf der SPUR waren wie ich. Tschakka!
In diesem Blog werde ich alles zusammentragen, was meine Forschungen bezüglich der WEISHEIT (ihren vielfältigen Erscheinungsformen als Urmutter, der Göttin, Sophia-Maria, Gaia, Tara, Isis, Demeter, Inana, Ischtar, Shakti, Maria, den drei heiligen Madeln, heiliger Geist, Taube, Brigid, den Göttinnen des griechischen Himmels uva) ergeben.
Am meisten befasse ich mich natürlich mit meinem Kulturkreis, dem christlich-jüdischen,  an den mir zugänglichen Orten in und um den Chiemgau, Bayern.

Hier folgen  einige meiner Quellen:

Jakob Böhme

Sophia ist vor allem auserwählt und gesandt, sich mit Maria zu verbinden und sie zu stärken, dass sie fähig wird, die Mutter des menschwerdenden Logos zu werden. Sie hat sich in Maria inkarniert, Maria ist die inkarnierte Sophia.

(De incarnatione Verbi I/8, 2)

 

Hildegard von Bingen

Und ich sah in dem Geheimnis Gottes ein wunderbar schönes Bild. Es hatte eine menschliche Gestalt und das Gesicht war von solcher Schönheit und Strahlung, dass ich leichter auf die Sonne hätte schauen können.

(Liber Divinorum Operum)

Johannes der Evangelist

Und ich sah ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet, mit dem Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt einer Krone von zwölf Sternen.

(Apokalypse 12, 1)

 


22Der HERR hat mich schon gehabt im Anfang seiner Wege, ehe er etwas schuf, von Anbeginn her.

23Ich bin eingesetzt von Ewigkeit her, im Anfang, ehe die Erde war.

24Als die Meere noch nicht waren, ward ich geboren, als die Quellen noch nicht waren, die von Wasser fließen.

25Ehe denn die Berge eingesenkt waren, vor den Hügeln ward ich geboren,

26als er die Erde noch nicht gemacht hatte noch die Fluren darauf noch die Schollen des Erdbodens.

27Als er die Himmel bereitete, war ich da, als er den Kreis zog über den Fluten der Tiefe,

28als er die Wolken droben mächtig machte, als er stark machte die Quellen der Tiefe,

29als er dem Meer seine Grenze setzte und den Wassern, dass sie nicht überschreiten seinen Befehl; als er die Grundfesten der Erde legte,

30da war ich als sein Liebling bei ihm; ich war seine Lust täglich und spielte vor ihm allezeit;...

31ich spielte auf seinem Erdkreis und hatte meine Freude an den Menschenkindern.

Altes Testament

 

 

Denn die Weisheit [Sophia] ist das Allerbehendeste; sie fährt und geht durch alles, so gar lauter ist sie. Denn sie ist das Hauchen der göttlichen Kraft und ein reiner Strahl der Herrlichkeit des Allmächtigen; darum kann nichts Unreines zu ihr kommen. Denn sie ist ein Glanz des ewigen Lichts und ein unbefleckter Spiegel der göttlichen Kraft und ein Bild seiner Gütigkeit. Sie ist eine und tut doch alles. Sie bleibt, was sie ist, und erneut doch alles; und für und für gibt sie sich in die heiligen Seelen und macht Gottes Freunde und Propheten.

(Weisheit 7, 22 – 27)

 

 

In dieser Meditation von Rudolf Steiner wird die Göttliche Mutter als ein lebendiges, fühlendes Wesen verstanden, das der geistige Ursprung aller Dinge ist. Hier spricht sie in ihren eigenen Worten zur Menschheit:

Nah’st du mir mit wahrer Wissenssehnsucht,
So will ich bei dir sein.
Ich bin der Keim und der Quell deiner sichtbaren Welt,
Ich bin die Summe des Lichtes, in dem du seelisch lebest,
Ich bin des Raumes Beherrscherin,
Ich bin der Zeitenzyklen Erzeugerin,
Mir gehorchen Feuer, Luft, Licht, Wasser und Erde.
Empfinde mich als alles Stoffes unstofflichen Ursprung
Und weil ich auf Erden ohne Gemahl bin, so
Nenne mich „Maja“

(GA 265, S. 227)

 

 

H.LUESSY:
...Schöpfungsgeschichten. Die erste (Gen. 1,1 – 2,4a) ist ein Hymnus,
der die Schöpfung als das souveräne Sechstagewerk durch das Wort Gottes preist...

.Der Schöpfungshymnus Genesis 1 preist das Schöpfungswerk als eine gute Struktur von wirkenden Zweiheiten.

Gleich der erste Satz fasst in diesem Sinn zusammen:
Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde
   wobei zu erwähnen ist, dass bereits
schamajim   (Himmel) der Form nach ein Dual ist.
Der Sohar wird denn auch von zwei Himmeln sprechen. Danach wird differenziert, was von Tag zu Tag
geschaffen wird, wobei jede Etappe in einer dichotomen Scheidung besteht, die
ausdrücklich gut genannt wird: Licht wird von Finsternis geschieden, der Himmel
von den Wassern oben und unten, die bewohnbare Erde vom Meer, der Tag von
der Nacht, und schließlich schafft Gott den Menschen als Frau und Mann....
Kurz:die lebendige Schöpfung Gottes ist binär strukturiert, hat den Index 2.

Mit der Schaffung des Menschenpaars am letzten Werktag ist...
... wieder eine relative Einheit entstanden, eine, die dem
– אדם Bild Gottes entspricht. Das Wort für Mensch ist  ADAM , was auch Mensch­heit bedeutet.
Man beachte, dass es mit Alef beginnt, mit der Eins, die für Einheitsteht, die zunächst Gott zukommt.....1

– בראשית ברא אלהים את השמים ואת הארץ :1
lautet auf hebräisch ,1 Genesis

bereschit bara elohim et haschamaijim weet haarez

. Die Reihenfolge der ersten Buchstaben der ersten vier Wörter ist demnach:
Bet Bet Alef Alef, oder nach dem Zahlenwert: 2 2 1 1.....

Auch der Geist Gottes, der nach
Luther »über den Wassern schwebt«, ist etwas sehr Bewegtes und deshalb die
Übersetzung von Buber / Rosenzweig sinngemäßer: »Braus Gottes schwingend
– רוח über dem Antlitz des Wassers«.
Das Wort für Geist heißt  
ruach, ein weibliches Substantiv,
und ahmt lautmalend den starken Wind nach. Das Verb, das mit
»schwingen« treffend übersetzt wird, kommt in der Tora nur noch einmal vor und
wird vom Adler gesagt, der wachsam und beschützend über den Jungen schwebt.....
.....  Sprüche 8,
– חכמה 1, wird 22–31, einer Paraphrase von Genesis
chochma  , die Weisheit (Sophia ), die wie ruach  eine weibliche Emanation Gottes ist,   ur­anfänglich geschaffen und ist an der Schöpfung beteiligt, indem sie vor Gott – wie es heißt – spielt und ihn entzückt von Tag zu Tag, und als der Liebling Gottes  ( AMON) oder, nach einer anderen Lesart, sein Werkmeister, sich an den Menschen ergötzt....
Auszüge aus H.Luessy, www.Symbolforschung.ch

Gott ist Vater und Mutter zugleich, aus ihm gehen Sohn und Tochter hervor: die Trinität vereint die unentfaltete Androgynität und die entfaltete Zweigeschlechtlichkeit auf archetypische Weise in sich. Der Sohn wiederum versöhnt das männliche und das weibliche Element in sich und ist das Urbild des wieder vereinigten Menschen, der seit dem Fall die beiden Naturen nicht mehr zur Einheit zu bringen vermochte, es sei denn punktuell durch die Zeugung. Tochter und Sohn, Logos und Sophia, Christus und der Heilige Geist (die Jungfrau-Mutter) sind die beiden Hypostasen des Muttervaters, der seine ureine, übergeschlechtliche Einheit in der Emanation seiner beiden Kinder aus sich heraussetzt.

 Lorenzo Ravagli